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Cultural- und Gender Mainstreaming Dokumentation der Fachkonferenz
vom 02. - 03. November 2004

Auf der Fachkonferenz in Offenbach tauschten sich Akteure/Akteurinnen des Modellprogramms im Rahmen von Fachbeiträgen und Diskussionsgruppen zu Querschnittsaufgaben der Kompetenzagenturen aus.
Im Folgenden finden Sie die Materialien der Konferenz.

Ausgearbeitete Fassungen der Vorträge der Referent(inn)en werden im Infobrief 1/2005 "Gender Mainstreaming in der Arbeit der Kompetenzagenturen" bzw. im Infobrief 2/2005 “Cultural Mainstreaming - Arbeiten mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ (Juni 2005) veröffentlicht.
Download (PDF, 294.5 KB) des Infobrief 1/2005.

CULTURAL MAINSTREAMING

Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Weg ins Berufsleben

Dass die Zahl ausländischer in Ausbildung befindlicher Jugendlicher seit 1994 kontinuierlich sinkt, legte Fatma Sarigöz von KAUSA Köln dar, der Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen. Mit Verweis auf die niedrigere Schulbildung junger Migrant(inn)en – prozentual mehr Jugendliche ohne Schulabschluss und mehr mit Hauptschulabschluss – gegenüber jungen Deutschen unterstrich Sarigöz die schwierige Ausgangssituationen junger Migrant(inn)en beim Start ins Berufsleben.
Download (PDF, 445.7 KB) der Vortragsfolien.

Arbeitsansätze der Kompetenzagentur Aachen

Was hinter Begriffen wie Ausländerpädagogik, interkulturelle Arbeit, Cultural Mainstreaming und Diversity steckt, verdeutlichte Fattaneh Afkhami von der Kompetenzagentur Aachen im ersten Teil ihres Vortrages. Im zweiten Teil berichtete Afkhami über Erfahrungen und Ansätze ihrer Agentur in der Arbeit mit ausländischen Jugendlichen. Dabei kristallisiert sich für die Mitarbeiter/innen der Kompetenzagentur u.a. heraus, dass sie für die Kompetenzfeststellung zusätzliche Bausteine benötigen, die den interkulturellen Aspekt berücksichtigen und sowohl das "Migrant-Sein" als auch das "Deutsch-Sein" thematisieren.
Download (PDF, 471.1 KB) der Power-Point-Präsentation.

Erfahrungen der Kompetenzagentur Salzgitter

Am Fallbeispiel einer Jugendlichen zeigten Waltraut Smyrek und Günter Kuhri von der Kompetenzagentur Salzgitter ausführlich die komplexe bis schwierige Lebens- und Schulsituation von Migrantenkindern auf. Auf Basis solcher Erfahrungen entwickelte die Agentur Empfehlungen und methodische Ansätze für die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Download (PDF, 204.6 KB) der Wandzeitung als Word-Datei.

Reflexion in der Arbeitsgruppe I

Der Erfahrungsaustausch und die Anregungen in der Diskussionsrunde unter der Moderation von Fatma Sarigöz von der Koordinierungsstelle Ausbildung in Ausländischen Unternehmen (KAUSA)und Christiana Klose (INBAS GmbH) konzentrierten sich auf Fragen wie: · Was macht die Arbeit der Kompetenzagenturen schwierig? · Mit welchen Angeboten können benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule – Beruf unterstützt werden?
Download (PDF, 71.6 KB) des Textbeitrags.

Reflexion in der Arbeitsgruppe II

Die von Constanze Brucker und Hardy Adamczyk (INBAS GmbH) moderierte Arbeitsgruppe kam zu dem Fazit, dass Parteilichkeit als generelle Grundhaltung der Beratungsarbeit Kulturblindheit verhindert. Denn Kompetenzagenturen, die sich für "ethnisch neutral" halten, laufen durchaus Gefahr, dass sie "kulturblind" Integrationshemmnisse verstärken statt abzubauen. Des weiteren überlegten die Teilnehmer/innen, ihre Netzwerke um Integrationsarbeitskreise, Ausländerbeiräte und Migrantenorganisationen zu erweitern.
Download (PDF, 74.8 KB) des Textbeitrags.

GENDER MAINSTREAMING

Gender-Spiegelungen

Wenn Sie in einen Spiegel schauen, sehen Sie ein seitenverkehrtes Abbild und wenn Sie den Blickwinkel wechseln, erblicken Sie einen anderen Ausschnitt. Wie können Sie also die Wirklichkeit mittels eines Gender-Spiegels erkennen? Martina Hörmann von INBAS und Thomas Kugler vom GenderForum Berlin zufolge bedeutet Gender-Kompetenz, die Wirksamkeit der Kategorie Geschlecht in allen sozialen Zusammenhängen zu erkennen und anzuerkennen. Vorraussetzung dafür ist ein spezifisches Reflexionsvermögen (Gender-Reflexivität), eine spezifische Kenntnis (Gender-Wissen) und strukturell-organisationsbezogenes Know-how.
Download (PDF, 311.2 KB) der Vortragsfolien.

Genderbezogene Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen in der Kompetenzagentur Hamburg

Die Mitarbeiter/innen der Kompetenzagentur Hamburg beobachten u.a., dass Frauen "Schulkarrieren" als Vermeidungsstrategie gegenüber der Konfrontation mit dem Erwerbsleben nutzen oder trotz qualifizierter Schulabschlüsse nicht am Erwerbsleben partizipieren. Die Vermeidungsstrategien und die Motive dazu müssen gemeinsam mit den Frauen aufgedeckt werden, damit diese Frauen eine Perspektive für sich entwickeln können. Des weiteren bemängelt die Kompetenzagentur Hamburg, dass auch die Jugendberufshilfe durch ihre geschlechtstypische Angebotsstruktur zur strukturellen Benachteiligung von Mädchen und jungen Frauen beiträgt. Sie verwehre den Teilnehmerinnen, Stärken jenseits von Rollenfixierungen zu entfalten und verfestige so geschlechtstypische Berufsbilder.
Download (PDF, 200.2 KB) der Power-Point-Präsentation.

Die Kompetenzagentur Schwerin über Männlichkeit in der Berufsorientierung

Anhand von Daten zur psychischen und physischen Realität von Jungen und junge Männer zeigen Thomas Littwin und Carsten Pietsch (Kompetenzagentur Schwerin), dass sie in höherem Maße soziale Auffälligkeiten sowie psychische und psychosomatische Störungen aufweisen als Mädchen und junge Frauen. Jungen, deren Konstitution eher zu Aggression, Wettbewerb und Selbstbehauptung neigt, benötigen Modelle für den kreativen Umgang mit ihrer Konstitution und deren Akzeptanz durch die Öffentlichkeit, denn nur so wird Männlichkeit zur Kompetenz, die die berufliche Integration unmittelbar fördert. Die KA Schwerin orientieren sich an den Ansätzen der Forschungsgruppe Jungenarbeit.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.forju.de

Reflexion in der Arbeitsgruppe I

Mit Blick auf die Verfestigung von Gender Mainstreaming in den Kompetenzagenturen erarbeitete die Gruppe unter Moderation von Martina Hörmann und Hardy Adamczyk (INBAS GmbH), einen Maßnahmenkatalog mit Punkten wie: Vorhandenes unter die Gender-Lupe nehmen, das eigene Gender-Wissen erweitern und die Thematik in die Netzwerke einbringen. Darüber hinaus stellten die Teilnehmer/innen Praxis-Materialien zur Umsetzung von Gender Mainstreaming zusammen.
Download (PDF, 95.4 KB) des Textbeitrags.

Reflexion in der Arbeitsgruppe II

Die Erreichbarkeit von Jugendlichen ist nicht unbedingt genderspezifisch. So berichteten die Teilnehmer/innen der von Thomas Kugler (GenderForum Berlin) und Christiana Klose (INBAS GmbH), moderierten Diskussionsrunde, dass die Mitarbeiter/innen ihrer Kompetenzagenturen Mädchen und Jungen etwa im Verhältnis 50:50 erreichen. Um Gender Mainstreaming nachhaltig in ihrer Arbeit zu verankern, machten sie Vorschläge wie Gender-Fortbildungen für die Arbeitslehrer/innen der kooperierenden Schulen anzubieten oder den Einbezug von mehr Männern in erziehende Berufe.
Download (PDF, 89.6 KB) des Textbeitrags.

KOOPERATION KOMPETENZAGENTUREN – SCHULEN

Fallstudien der Wissenschaftlichen Begleitforschung

Für die Untersuchung zur Kooperation zwischen Kompetenzagenturen und Schulen führte das Deutsche Jugendinstitut 31 Interviews in sechs Kompetenzagenturen und 12 Kooperationsschulen im Frühjahr 2004 durch. Zu den vorläufigen Ergebnissen zählen: Die Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern gestaltet sich weitgehend problemlos, wenn auch nicht alle Lehrkräfte dafür offen sind. Es decken sich auch nicht immer die Interessen und Erwartungen der Schulen mit dem Angebotsspektrum der Kompetenzagenturen.
Download (PDF, 186.1 KB) der Power-Point-Präsentation.